Infanterie

Fußvolk

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In|fan|te|rie ['ɪnfantəri:], die; -:
Gesamtheit der auf den Nahkampf spezialisierten Kampftruppen des Heeres (z. B. Gebirgs-, Fallschirm-, Panzerjäger):
die Verbündeten griffen mit Infanterie und Panzern an.
Zus.: Marineinfanterie.

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In|fan|te|rie 〈f. 19; unz.; umg. a. [′——] Abk.: Inf.; Mil.〉
1. 〈früher〉 Gesamtheit der zu Fuß kämpfenden Soldaten; Sy Fußtruppe
2. 〈heute〉 Gesamtheit der Nahkampftruppen (Jäger, Panzergrenadiere u. Ä.)
[<ital. infanteria, Kollektivbildung zu infante „Fußsoldat“ <lat. infans „Kind“]

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In|fan|te|rie ['ɪnfant(ə)ri :, auch: …tə'ri :, …'tri:], die; -, -n [unter Einfluss von frz. infanterie zu älter ital. infanteria, zu: infante = Fußsoldat; (Edel)knabe < lat. infans, Infant] (Militär):
1. Gesamtheit der auf den Nahkampf spezialisierten Kampftruppen des Heeres (wie Jäger, Gebirgs-, Fallschirm-, Panzerjäger, Panzergrenadiere):
er ist bei der I.
2. <o. Pl.> Soldaten der Infanterie (1):
feindliche I. liegt im Nachbardorf.

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Infanterie
 
[von italienisch infante in seiner älteren Bedeutung »Fußsoldat«, »(Edel)knabe«, eigentlich »kleines Kind«] die, -/...'ri |en, Militärwesen: im 16./17. Jahrhundert aufgrund spanischen Einflusses in Europa üblich gewordene, in Deutschland das Wort »Fußvolk« ersetzende Bezeichnung für die Fußtruppen eines Heeres. Die Infanterie neben der Kavallerie die älteste Waffengattung - bildete und bildet (Ausnahmen: Heere der Reitervölker und des europäischen Mittelalters) den Hauptbestandteil und Kern der Landstreitkräfte (Heer, Geschichte), ihre Zusammensetzung und Organisation, Taktik, Bewaffnung und Ausrüstung war im Lauf der Jahrhunderte großen Veränderungen unterworfen.
 
Im 15. und 16. Jahrhundert unterschied man bei dem im geschlossenen Haufen kämpfenden Fußvolk hinsichtlich der von den Einzelnen geführten Hauptwaffen zwischen den mit Stangenwaffen ausgerüsteten Spießern, Langspießern und Hellebardieren (später Pikenieren) und den mit Luntenschlossgewehren bewaffneten Schützen (Arkebusiere, später Musketiere). Daneben gab es Bogner und Armbruster sowie die den Bidenhänder tragenden, einen höheren Sold erhaltenden »Doppelsöldner«. Hinsichtlich der Organisation hatte sich im 16. Jahrhundert die Gliederung in Regimenter und Fähnlein durchgesetzt. Der Anteil der Gewehrschützen betrug um 1500 etwa 10 %, in der Mitte des 16. Jahrhunderts rd. ein Drittel. Um 1600 bestand das Fußvolk aus Pikenieren und Musketieren, das Verhältnis zueinander war zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges etwa 60:40, bei dessen Ende 40:60. Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Pikeniere durch die allgemeine Ausrüstung der Infanterie mit Gewehr und Bajonett überflüssig. Neben die Gewehrschützen (in Preußen Musketiere, in Frankreich Füsiliere genannt) traten die Grenadiere, die zunächst eine besondere Truppengattung bildeten, dann aber im Zuge der Vereinheitlichung der Infanteriebewaffnung und der Schaffung der Einheitsinfanterie ebenso wie die anderen Fußsoldaten ausgerüstet wurden. Entsprechend der gestiegenen Feuerkraft und -geschwindigkeit wurde die Infanterie in der Schlacht nicht mehr in Form des Haufens oder der Ordonnanz aufgestellt, sondern in der Gefechtsformation einer lang gestreckten Linie zu 3-4 Gliedern (Lineartaktik; daher: Linieninfanterie); taktischer Truppenkörper war nun das Bataillon. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts trat neben die (schwere) Linieninfanterie die für das aufgelockerte Gefecht und Spezialaufgaben vorgesehene leichte Infanterie, zu der u. a. die mit gezogenen Büchsen ausgerüsteten Jäger sowie - v. a. in Preußen - die Füsiliere gehörten. Im 19. Jahrhundert glich sich, bedingt durch die wachsende Bedeutung des Schützengefechts gegenüber dem Bajonettangriff, die Kampfesweise der schweren Infanterie derjenigen der leichten Infanterie an; mit der Folge, dass die »Zweiteilung« zugunsten einer einheitlichen Infanterie (z. B. in Preußen bestehend aus Infanterie-, Grenadier- und Füsilierregimentern und -bataillonen) grundsätzlich aufgehoben wurde. Neben der »Einheitsinfanterie« gab es jetzt nur noch wenige spezielle Infanterietruppengattungen und -Truppenteile für besondere Aufgaben (Jäger, seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Gebirgsjäger). In der Mitte des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Differenzierung der Infanterie, die sich in der heutigen Zusammensetzung der Infanterie der deutschen Bundeswehr widerspiegelt. Sie umfasst 1) die mit Schützenpanzern ausgerüsteten Panzergrenadiere; 2) die mit leicht gepanzerten Mannschaftstransportwagen und/oder Rad-Kfz beweglich gemachten Jäger; 3) die Gebirgsjäger sowie 4) die Fallschirmjäger.
 

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In|fan|te|rie ['ɪnfant(ə)ri:, auch: ...tə'ri:, ...'tri:], die; -, -n [unter Einfluss von frz. infanterie zu älter ital. infanteria, zu: infante = Fußsoldat; (Edel)knabe < lat. infans, ↑Infant] (Milit.): 1. Gesamtheit der auf den Nahkampf spezialisierten Kampftruppen des Heeres (wie Jäger, Gebirgs-, Fallschirm-, Panzerjäger, Panzergrenadiere): er ist bei der I. 2. <o. Pl.> Soldaten der ↑Infanterie (1): feindliche I. liegt im Nachbardorf; I. in nicht unerheblicher Anzahl war in den Wirkungsbereich der Artilleristen eingesickert (Kirst, 08/15, 46).

Universal-Lexikon. 2012.

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